Liebesbrief

Es gab mal Zeiten, in denen ich mir den Tod herbeigesehnt habe. Mein Leben war für mich am Ende. Ich aß und schlief zwar, ging auch weiter arbeiten, aber ich war völlig leer. Nichts und niemand war mir von Bedeutung. Weil es so war und ich damit auch mein eigenes Kind vernachlässigte, hasste ich mich noch mehr.

Diese Zeiten sind noch nicht so lange her.

Heute habe ich höchstens milde depressive Episoden und ich kann diese jedes Mal gut überwinden. Ich sehne mir noch mehr Leben herbei. Mein Kind, meine Schwester, meine Eltern sind mir wichtig. Ich habe inzwischen die Kraft für sie da zu sein. Die letzten vier Jahre waren eine Achterbahnfahrt mit vielen, intensiven und kräftezehrenden Höhen und Tiefen.

Durch die vermutlich prägendste, wichtigste Phase meines Lebens hast du mich begleitet. Du warst für mich da. Du hast mich getröstet, wenn ich traurig war. Du hast mir Raum und Zeit gegeben, wenn ich wütend war. Du hast mit mir gelacht, wenn ich fröhlich war. Du hast dich auf dich selbst konzentriert und um dich selbst gekümmert, damit ich sehe, dass ich das auch kann und mich um mich kümmere.

Wenn ich unbedingt eine einzige Sache an dir herauspicken muss, ist es weder dein Aussehen noch dein Beruf noch irgendwelche Dinge, die du getan hast und tust.

Du bist.

Ich liebe dich.

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